Der Tod ritt dienstagsThis is a featured page


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Inhalt:

Clifton ist ein friedliches Kacknest, und genau diese, die Kacke seiner Mitmenschen nämlich, muss hier der junge Scott (Giuliano Gemma), seiner zweifelhaften Herkunft wegen in der Regel nur respektvoll „Bastard“ genannt, neben anderem täglich wegräumen. Sein Selbstbewusstsein ist entsprechend im Keller, bis der verschlossene Gunslinger Frank Talbot (Lee Van Cleef) in Clifton auftaucht. Talbot frisst einen Narren an dem Jungen, gibt ihm einen Nachnamen, den Vornamen seiner Mutter, Mary, und baut sein Selbst etwas auf. Scott wiederum sieht nun die Chance gekommen, der Scheiße zu entkommen und endlich das zu werden, was ihm immer vorschwebte: Revolverschwinger nämlich. Talbot nimmt ihn nach langem Zögern und nachdem Scott ihm das Leben rettet als Schüler auf. Das allerdings nicht ganz uneigennützig, denn der fixe Bursche soll ihm helfen, alte Schulden in Höhe von 50.000 Dollar in Clifton einzutreiben. Zehn Jahre zuvor nämlich waren etliche der jetzigen Honoratioren an einem Geldraub beteiligt, für den damals das kleinste Rädchen leer ausging und büßen musste. Talbot setzt mit Scotts Hilfe den Verantwortlichen nun gehörig die Daumenschrauben an, bis er die Stadt kontrolliert. Doch allmählich erkennt Scott, dass er auf dem besten Weg ist, das zu werden, was Talbot bereits ist: ein eiskalter Killer. Zwei Dinge öffnen ihm die Augen: erstens sein Freund, der Stallbursche Murph (Walter Rilla), selbst ehemaliger Gunman, der 20 Jahre zuvor als Marshall von Abilene Bekanntschaft mit Talbot gemacht hatte. Zweitens bekommt er heftigste Gewissensbisse als er in Notwehr zwei Hilfssheriffs erschießt. Er zieht die Notbremse und muss sich nun seinem Lehrmeister stellen.


Zitate:

„In einer Pistole kann die Erfahrung eines gesamten Menschenlebens stecken.“ (Murph)

„Trink aus, Scott Mary. Ich trinke nicht gern, wo Tote rumliegen.“ (Talbot, nachdem er im Saloon einen Streithahn (Romano Puppo) killen musste)

„Alle trinken hier einen kräftigen Schluck Tequila, bevor sie weiter reiten.“ – „Ich will gar nicht weiter reiten.“ (Talbot beweist Sitzfleisch)

„Sie sollten sich mehr Patronen anschaffen. Die werden in ein paar Tagen gut gehen.“ (Talbot zum lokalen Einzelhändler)

„Was haben Sie aus dem Jungen gemacht? Er ist ja wie ein tollwütiger Wolf.“ – „Ein Wolf war er immer schon. Tollwütig habt ihr ihn gemacht.“ (Talbot klärt Cliftons Bevölkerung über Scott auf)


Die Kritik des Gunslingers:

Nach „Lanky Fellow“ zweite Regiearbeit von Valerii, der sein Handwerk unter anderem bei Sergio Leone lernte. Tonino Valerii ist für mich einer der fähigsten Regisseure des Genres und muss heute unverdient mit einem Platz in der zweiten Reihe vorliebnehmen. Die Geschichte „Alternder Gunslinger verpasst jungem Draufgänger den richtigen Schliff“ war auch Thema weiterer Filme, wie beispielsweise „Rocco – ich leg dich um“ und leicht abgewandelt als "Alternder Gunslinger besorgt jungem Draufgänger den großen Auftritt" in "Mein Name ist Nobody". Doch hier gewinnt Valerii dem Stoff eine weitere Facette ab: Zwar sind sich Talbot und Scott durchaus sympathisch, doch liegen Talbots Motive, dem Jüngeren zu helfen, klar im geschäftlichen Bereich. Ohne Scott und seinen Colt, den zudem noch die Schmach der jahrelang erduldeten Erniedrigungen schmiert, wäre es für den alternden Killer schwierig, seine Interessen in Clifton durchzusetzen. Die schauspielerische Leistung Van Cleefs, mit der er den skrupellosen Talbot durchaus sympathisch wirken lässt, ist klasse. Allerdings steht ihm Gemma nicht viel nach, dessen Charakter im Verlauf einen schmerzhaften Reifungsprozess durchmachen muss. Der hauptsächlich bläserdominierte Score von Riz Ortolani, angereichert mit Gitarren und Banjo, hat auch Tarantino gefallen, der ihn für „Kill Bill“ verwendete.


Rating: $$$$


Bodycount:

ca. 25 Gringos


Explizite Brutalitäten:

  • Saloonbesitzer Murray (Andrea Bosic) verdrischt Scott, nachdem dessen „Freund“ Talbot nach einer Kneipenschießerei wegen Notwehr freigesprochen wurde
  • Wild Jack (Al Mulock) verpasst Scott eine Abreibung, nachdem der sich weigert mit ihm auf sein Wohl anzustoßen
  • Jacks Männer schleifen Talby an Pferden durch die karge Landschaft

Liebe:

Die Nutte Gwen (Christa Linder) interessiert sich für Scott. Ansonsten zählen aber nur Macht und Geld: 0/10


Splatter:

2/10


Spezialitäten:

Ein von den Honoratioren engagierter Killer (Benito Stefanelli) fordert Talbot zu einem besonderen Duell: mit Vorderladern und zu Pferde

Trailer:

(friendly provided by ItaloWestern)

OT:
I Giorni dell’Ira

Jahr:
I/D 1967
R, B:
Tonino Valerii
B:
Ernesto Gastaldi, Renzo Genta
K:
Enzo Serafin
M:
Riz Ortolani
D:
Giuliano Gemma, Lee Van Cleef, Lukas Ammann, Giorgio Gargiullo

Quelle: TV (Das Vierte)


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