Inhalt:Es hält ein Zug im Nirgendwo, genauer gesagt, im Skopje des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Ihm entsteigt ein schnauzbärtiger, fönwelliger Herr, der sich allerdings nicht als Maurizio Merli entpuppt, sondern lediglich als Stelvio Rosi. Rosi gibt hier Sergei Chekov, einen Stutzer, der dem Ruf seiner ihm unbekannten Kusine Rachel gefolgt ist, die um ihr Leben fürchtet, nachdem ihr Vater, Graf Minailj, nicht ganz unerwartet die Familiengruft bezogen hat. Skopje ist ein Kaff, in dem der Aberglaube regiert, weswegen den schmucken Sergei auch niemand vom Bahnhof zum Schloss bringen will. Also macht sich der Neuankömmling zu Fuß auf den Weg. Und gleich der zweite Mensch, der ihm begegnet, ist seine Kusine Rachel, leider tot, und zwar aufgeknüpft an der Eingangspforte des Friedhofs. Im Schloss erfährt Sergei, dass er und Rachel Alleinerben des verblichenen Barons sind. Das verärgert dessen stramme, schwarzmagisch wie sexuell aktive Gattin Nadia (Maria Pia Conte) nicht unbeträchtlich und stellt Sergei als Nutznießer des Todesfalls unter Tötungsverdacht. Weitere Beteiligte in dem Reigen aus Lust und weiteren Morden, der sich allmählich zu drehen beginnt sind Professor Droila (Gérard Tichy) und seine schnuckelige Tochter Doris (Dianick Zurakowska). Der Prof forscht im Keller des Schlosses an der Reanimation frisch Verstorbener mittels elektrischer Energie und hat hier schon beachtliche Erfolge an Fröschen erzielt. Dann wäre noch der schrullige Totengräber Igor („Paul Naschy“), der eine Vorliebe hat für das Fotografieren von Leichen und die Brüste der Comtessa Nadia. Nicht zu vergessen, die seltsamen Bewohner der Schloss-Katakomben.
| Zitate:Nadia: „Für ihn war ich wie ein Möbel, das man ab und zu gebraucht.“ (Szenen einer Ehe) Prof: „Als Wissenschaftler lehne ich derartigen Blödsinn ab.“ (Man äußert sich hier zu einer geplanten spiritistischen Sitzung, versucht selber aber, mittels zweier Elektroden an den Füßen Tote zu reanimieren *Lach*)
| Die Kritik des Gunslingers:Ah, ich liebe sie einfach, diese Siebziger-Hispano-Horror-Flicks mit ihrer Mischung aus Gotik und Exploitation. Auch Routinier José-Luis Merino, von dem ich außer einem recht grottigen Italowestern, bisher noch nichts gesehen habe, versuchte sich an dieser Materie – und das gar nicht mal schlecht. Die Handlung ist auch hier eher nebensächlich und bietet ausschließlich die Plattform für die atmosphärischen Schauwerte. Sei es die matschige, wolkenverhangene und trostlose Berglandschaft oder das Schloss mit seinen Katakomben und spartanisch ausgestatteten Innenräumen. Damit ist der optische Rahmen für diesen eher wenig bekannten Grusler glaubwürdig und ansprechend gesteckt. Die Ladies kriegen zudem alle die Gelegenheit, ihre Reize zu präsentieren und sich von Stelvio Rosi sein' Schnauz durch die Kissen scheuchen zu lassen. Das Tempo, das der Streifen anschlägt, ist eher gemächlich. Doch sorgt hier der üppig orchestrierte, wirklich gut auf den Film abgestimmte Score von Francesco de Masi dafür, dass selbst eigentlich ereignislose Szenen – und da gibt es einige, liebe Freunde – eine deutliche Grundspannung haben. Die Effekte sind sparsam ein-, doch überzeugend umgesetzt, was sowohl für die Zombies gilt als auch Obduktion oder auch Köpfung. Schauspielerisch sind mir eher die Ladies in Erinnerung geblieben: Paule Naschy kann in seiner Nebenrolle leider nur wenig Akzente setzten, und auch der Rest bleibt unauffällig, was aber selbstredend nicht schlecht sein muss.
| Rating: $$$$ (Trash: $$$$)
| Splatter:4/10
| Trailer:by horrorfictionmovies
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| OT: La Orgia de los Muertos AT: La Orgia dei Morti (I) Die Bestie aus dem Totenreich Jahr: SP/I 1972 R, B: José-Luis Merino B: Enrico Colombo K: Modesto Rizzolo M: Francesco de Masi D: Stelvio Rosi (“Stan Cooper”), Dianick Zurakowska, Maria Pia Conte, Gérard Tichy Quelle: DVD (cmv Laservision). Dank furs Rezi-Exemplar!
|  | Da sitzt das Dunstkiepchen recht stramm: Stelvio Rosi
|  | Maria Pia Conte zieht gleich was aus dem Hut
|  | Ein Schlückchen in Ehren: Rosi, Dianick Zurakowska
|  | Wo ist denn hier der Weinkeller?
|  | Der Sommelier des Grauens
|  | | Darauf erstmal ein paar Vitamine in die Vene: Rosi, Gérard Tichy | |