Inhalt:Die wirtschaftliche Situation treibt viele Sizilianer in den prosperierenden Norden. So auch Rosario Rao (Carlo Pedersoli = „Bud Spencer“), der in Turin einen Job im Baunternehmen von Santoro (Gianni Milito) und Fridda (Marcel Bozzuffi) findet. Während ersterer die ausbeuterische Obersau ist, gibt sich Fridda menschlich und freundlich. Rao, der immer öfter mit Santoro aneinander gerät, landet aufgrund dreier getürkter Zeugenaussagen schließlich wegen Mordes für 15 Jahre im Knast, als Santoro während eines Fußballspiels im Stadion umgelegt wird. Als einer der Zeugen zwei Jahre später einem „Autounfall“ zum Opfer fällt, kommt wieder Bewegung in den Fall. Mit Hilfe von Rechtsanwalt Mancuso (Nicola Di Bari), dem Rao einst das Studium ermöglicht hat, versuchen dessen Söhne (Domenico Santoro, Andrea Ballestri), die Falschaussagen als solche zu entlarven. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein verschollener Fotofilm, der am Tag des Santoro-Mordes im Stadion aufgenommen wurde. Hinter diesem sind auch die wahren Drahtzieher des Mordes her, denen die Aktivitäten des bebrillten Anwalts und der Rao-Sprösslinge zunehmend auf den Sack gehen. Während die Unterwelt zu den üblichen Maßnahmen greift: Ermordung weiterer Zeugen, diverse Mordanschläge auf Mancuso und seine Helfer, kommen diese ihrem Ziel, die Wiederaufnahme des Prozesses, trotz vieler Rückschläge immer näher. Der Durchbruch scheint geschafft, als einer der ehemaligen Zeugen, der totkranke Puma (Giovanni Pallavicino), auf dem Sterbebett schlussendlich doch auspackt. Da gelingt Rao die Flucht, und als guter Sizilianer nimmt er nun das Gesetz in die eigenen Hände.
| Die Kritik des Gunslingers:Dem linken Regisseur, Autoren und Publizisten Carlo Lizzani, kommt es im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen beim Filmemachen weniger auf Geldmache an, als vielmehr auf die Vermittlung von Botschaften. Ein Bruch mit herrschenden Sehgewohnheiten, wie er ihn beispielsweise am Neorealismus kritisierte, führt seiner Meinung nach dazu, dass wichtige Inhalte ihr Publikum nicht finden. Daher verpackte er seine Sozialkritik, soweit mir bekannt, immer in vergleichsweise konventionelle Erzählstrukturen. Der vorliegende Film, der die Ausbeutung und Versklavung des modernen Proletariats milde thematisiert, kommt als spannendes Krimi-Drama daher. Entstanden nach einem authentischen Fall, könnte eine der Botschaften lauten „Hilf dir selbst.“ So sind die Protagonisten weitgehend auf sich allein gestellt. Sofern sie Unterstützung gegen den gut organisierten Mob erfahren, kommt diese nicht von Behörden (Polizei), sondern in der Regel aus privaten Netzwerken von Freunden und Bekannten. Die schauspielerischen Leistungen sind ordentlich, und der Score erinnert mich in seinen düster-elektronischen Momenten an einige Arbeiten von Fabio Frizzi wie „Zombi 2“.
| Rating: $$$$
| Splatter:0/10
| | OT: Torino nera
AT: Der Sizilianer La Vengeance du Sicilien
Jahr: I/F 1972 R: Carlo Lizzani B: Nicola Badalucco, Luciano Vincenzoni K: Pasqualino De Santis M: Gianfranco & Giampiero Reverbi, Nicola Di Bari D: Nicola Di Bari, Domenico Santoro, Marcel Bozzuffi, Andrea Ballestri, Mario Pilar
Quelle: TV (Tele 5)
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| Zeig doch mal die Bilder: Domenico Santoro, Saro Uzi und Nicola Di Bari
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