Inhalt:Es geschah am 200. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung, 1976: Die Rockerbraut Cherokee Kisum (Julia Jones) wird blutiges Opfer eines üblen Mordes und hinterlässt einen kleinen Sohnematz sowie das Geheimnis über zigtausende verschwundener Dollars, die sie eigenmächtig aus der Kriegskasse der Motorraggang "The Victors" bunkerte. 32 Jahre später herrscht immer noch die Biker-Gang des charismatischen "Pistolero" (Larry Bishop) im County, aber die Führung steht unter keinem guten Stern. Die verschollene Penunze hat in all den Jahren wie ein Damokles-Schwert über der Gang gehangen, und nun droht die Chose zu eskalieren. Das abtrünnige Mitglied Billy Wings (Vinnie Jones) will mit seinen "6*6*6ers" endlich an den Zaster und dabei Pistolero gleich mit in die Jagdgründe schicken. Per Meuchelmord und einem "Doppelagenten" dezimiert er die Victors und sät ordentlich Zwietracht unter den Mitgliedern. Pistolero schart seine engsten Vertrauten um sich, darunter seine rechte Hand "The Gent" (Michael Madsen) und der heißblütige "Comanche" (Eric Balfour). Gemeinsam räumen sie zuerst intern mit den faulen Äpfeln auf, um sich danach gegen Billy Wings zu rüsten. Das Rätsel um die sich alles drehende Cherokee können allerdings nur die zwielichtigen Altrocker "Eddie Zero" (Dennis Hopper) und "The Deuce" (David Carradine) lüften...
| Die Kritik des Sargnagels:Meine Fresse, da hat's aber jemand mit dem Begriff "Reminiszenz" eindeutig zu gut gemeint. Selbst für eine Bikerfilm-Hommage ist das Dingens mit Klischees so zugekleistert, wie man's in den "originalen" Streifen der späten 60er/frühen 70er nicht gesehen hat. Da gingen Larry Bishop einige Pferdestärken durch, als er sich an das Projekt als Regisseur, Drehbuchautor und Hauptdarsteller wagte (was mich schwer an unseren Cornel Wilde mit seinen "Mörderhaien" erinnert), wahrscheinlich euphorisiert durch seinen Spezl Quentin Tarantino, der als Producer sein Label auf den Schinken pressen durfte. Adel verpflichtet, dachte sich wohl Bishop und spachtelte ein Streifchen ganz in der Tarantinoschen Neo-Grindhouse-Schiene zusammen. Natürlich gibt's die obligatorischen Zeitsprünge, die einen schön über 84 Minuten verwirren sollen. Nu, klappt leider nur zur Hälfte, und man spoilert definitiv nicht, wenn man hier schon erwähnt, dass es sich bei Comanche um den Abkömmling der dahingeschiedenen Cheyenne handelt. Ansonsten wird die Story meist durch Larry Bishops obligatorische Fickszenen mit seiner "Alten" und der rassigen Nada (Leonor Varela) unterbrochen, deren Vorspiel-Dirty Talk (Anmerkung der Red.: "Ich will Feuerwehrmann werden!" *lach) eher das Zwerchfell denn die erogenen Zonen kitzelt. Die Dialoge sind übrigens durchgehend grottig, was mal nicht an der Synchro liegt, denn die hat's fast 1:1 getroffen *hüstel Der Cast ist recht belanglos, weil auf pseudocoole One-Liner geeicht, aber dafür sehenswert. Zumindest wenn die Protagonisten wieder mal in eine Bar marschieren, in der Myriaden von halbnackerten, wollüstigen Mädels auf biermüffelnde Motorradlenker warten. Auch das Auftauchen der beiden "Gueststars" Hopper und Carradine kann nicht überraschen, aber dafür kommen die beiden mit Spaß rüber. Das ist denn auch das große Plus an der ganzen Soße, denn alle hatten wohl echten Fun dabei, und die Atmo ist ebenfalls stimmig. Denn bei aller Kritik: irgendwie wird's dadurch kaum langweilig. Handwerklich ist die Nummer nämlich gelungen; die Kamera sitzt, Action gibt's satt und professionell geschnitten, Stunts natürlich selfmade. Der O.S.T. ist auch bombig geraten, gespickt mit raunchy Stuff aus frühen Bikerfilmen, u.a. von Davie Allen und Les Baxter, die schon Biker-Klassiker wie "Hell´s Belles", "The Wild Angels" u. a. soundtechnisch aufwerteten. Und so bekommt "Hell Ride" letztendlich haarscharf noch die Kurve in Richtung Durchschnitt, auch wenn Bishops Hommage schon eher unfreiwillig parodistisch auf zwei (wenn auch ziemlich satten) Harley-Zylindern dahertuckert. Dafür gibt'ss in der B-Wertung hohe Noten ;-)
| Rating: $$$ (Trash: $$$$+) | Splatter:5/10
| Explizite Brutalitäten- Die übliche Abrechnung unter Rockern erfolgt per Kehlenschnitt und anschließendem Flambieren mit Hochoktanigem
- Billy Wings hat ein Spezial-Pfeilgewehr mit ordentlicher Durchschlagskraft
| Trailerby TheWeinsteinCompany
|
| OT: Hell Ride
Jahr: USA 2008 R, B: Larry Bishop K: Scott Kevan M: Daniele Luppi und diverse D: L.B., Eric Balfour, Michael Madsen, Vinnie Jones, Dennis Hopper, David Carradine, Leonor Varela, Julia Jones
Quelle: DVD (Ascot Elite)
|  | "Let it rock if you wanna roll"
|  | Gleich holt der Feuerwehrmann wieder seinen Schlauch aus der Hose... (Leonor Varela, Larry Bishop)
|  | Für den "Gent" gilt Posing-Zwang (Michael Madsen)
|  | Opa Hopper hat noch alle Patronen in der 38er (links: Eric Balfour)
|  | Vinnie Jones mit Pfeilwumme auf Kriegspfad
| |