Horrorfilme... ... gibt es fast schon so lange wie es das Kino gibt. Sie waren neben den Monumental- und Kostümfilmen, Western, und Komödien das vierte Standbein der noch jungen Filmindustrie. Kein Wunder: Die Lust am Grusel trieb im ausgehenden 19. und frühem 20. Jahrhundert die wüstesten Blüten.
Schriftsteller wie Joseph Sheridan LeFanu, Lovecraft, Gustav Meyrink, Arthur Conan Doyle oder Bram Stoker hatten ihre Leser. Sie schrieben zwar nicht alle unbedingt "Horror", verwendeten aber in ihren Werken Elemente des Fantastischen und Unheimlichen. Wahre Kriminalfälle wie "Jack the Ripper" heizten die Stimmung an, Mumienpartys mit original abgestandenen alten Ägyptern waren in London der letzte Schrei und animierten zu wohligem Grusel.
Vor allem in Deutschland erreichte das Genre im Zuge des Expressionismus in Kunst und Literatur eine schnelle Blüte. Die Schauerstücke von Wiene, Murnau, Lang oder Pabst füllten nach dem 1. Weltkrieg die Kinosäle. In der Nazi-Zeit riss diese Entwicklung ab, und Hollywood übernahm bis heute das Ruder.
"Horror" bekam zunehmend - von wenigen Ausnahmen abgesehen - einen Platz in der Schmuddelecke zugewiesen. Hieraus wühlte sich das Genre erst ab den 60er-Jahren teilweise wieder hervor, als die studentische Filmszene und auch neue Filmemacher vor allem in Europa den Horrorfilm für sich wiederentdeckten.
Doch bis heute konnte der Horrorfilm als ganzes nie wieder an seine Glanzzeiten anknüpfen, blieb von regelmäßigen Ausnahmen abgesehen letzlich immer im Underground verhaftet und seit den 50er-Jahren ein Ding der Jugend. Horror moderner Prägung ist Rock'n'Roll für die Augen. | | Neue Reviews (Stand 13.6.08)2.7.08)
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