Inhalt:Nachdem der Tagelöhner und Strauchdieb Cuchillo (Tomas Milian) unschuldig durch die Sierra Madre gehetzt wurde, zieht´s ihn zurück in den heimatlichen Weiler zu seiner Braut Dolores (Chelo Alonso). Zuhause angekommen, holt ihn sein schlechter Ruf aber gleich wieder ein, und die "Stechmücke" landet stantepede im Knast. Dort trifft er auf seinen Zellengenossen Ramirez (José Torres), Schriftsteller und Kopf der Revolution. Trotz seiner versprochenen Freilassung für den nächsten Tag bittet Ramirez Cuchillo um Hilfe bei der Flucht, denn vor den Toren des Knasts sammeln sich schon etliche Banditen und Killer im Auftrage der Regierung, die dem Rebellen für ein klecklich Sümmchen den Garaus machen wollen. Der Ausbruch ist für Cuchillo ein Kinderspiel, den Revolutionsführer bringt er sicher in dessen Versteck zu alten Kampfgenossen. Dort werden sie allerdings schon von Riza (Nello Pazzafini) erwartet, einem Mex-Banditen, der früher in Diensten der Revolucion brandschatzte. Riza hätte gern sein Stück vom der sagenhaften Goldbeute, die Ramirez für seine Umsturzumtriebe gebunkert hat, nur der rückt nix raus. Neben ein paar Peones muss auch Ramirez in der folgenden Auseinandersetzung die Flügel strecken; mit dem letzten Atemhauch kann er allerdings noch Cuchillo das Versteck des Goldes preisgeben, in der Hoffnung, dass der Kleinganove soviel Ehre im Leib hat, den Schotter dann auch für die gute Sache abzuliefern. Und so fängt für Cuchillo wieder mal das Laufen an, verfolgt von Regierungsagenten, Profikillern, Mex-Banditen, bigotten Heilsarmisten und dem sinsitren Ex-Sheriff Cassidy (Donal O´Brian)...
| Die Kritik des Sargnagels:Der dritte Western-Streich von Sergio Sollima nach "Der Gehetzte der Sierra Madre" und "Von Angesicht zu Angesicht". Gedrängt von seinen eigenen Vorstellungen und Wünschen, die Trilogie zu vervollständigen, setzte Sollima diesen Streifen mit weniger Budget und Zeit als bei "Von Angesicht... " um, nicht allerdings ohne die innige Liebe zum Genre, hervorragendem Darsteller-Paket und einer knackigen Story. Auch wenn man schon merkt, dass es hier etwas schmaler mit den Ressourcen zuging als beim direkten Vorgänger, an den wichtigen Ingredienzien wurde nicht gespart. Die Details sind stimmig und nicht geschludert, die Motivationen sind durchweg nachvollziehbar, die Atmo hervorragend. Wie bei den beiden anderen Sollima-Western gibt's hier die linke Message verpasst (auch wenn Sergio abstreitet, "politische" Western gedreht zu haben): Der Dieb Cuchillo nimmt sich immer gerade soviel, wie er zum Leben braucht; Dolores verrät ihren Geliebten für 1000 $, weil sie denkt, die Millionen des Goldschatzes würden ihr gemeinsames Leben zerstören; jeder, der sich am Schatz persönlich bereichern wollte, steht zuletzt mit leeren Händen da oder einer Ladung Blei im Wams. Tomas Milian ist die Spielfreude in Person und markiert den naiven, liebenswerten und auch hintertriebenen Cuchillo mit unglaublicher Verve. Da verblassen zwar alle anderen (hochwertigen) Darsteller zu Nebenrollen - das Ding ist einfach völlig auf Milian zugeschnitten - aber Haudegen wie Luciano Rossi, Freddy Boido, Nello Pazzafini, Dante Maggio, John Ireland (kann sogar als Revolutionsgeneral glänzen) und und und würzen den Schinken einfach rund ab. Schade, für den Abschluss der Trilogie hätte man Sollima das fetteste Budget und ´ne Menge Zeit gewünscht; dennoch fällt der letzte Teil nicht gegenüber seinen Vorläufern ab. Hochqualitativer Genuss ohne Reue! Er läuft und läuft und läuft... ;-)
| Rating: $$$$+
| Explizite Brutalitäten:Cuchillo hat teilweise recht phantasiereich zu leiden...
- Cassidy kitzelt ihn mit den Händen am Galgen aufgeknüpft mit seinem Messer an den Nierchen
- ebenfalls so drapiert, verpassen Regierungstruppen dem Armen eine Dynamitstange mit brennender Lunte zwischen die Beißerchen
- Die beiden Regierungsagenten lassen Cuchillo ein paar Runden an Windmühlenflügeln drehen
| Spezialitäten- Wie beim "Gehetzten" ist Cuchillo ein Meister an den Messern und hat eigentlich an allen möglichen und unmöglichen Körperstellen ein Schnittwerkzeug versteckt. Schießen kann er dafür immer noch nicht... ;-)
| Liebe:2/10 - Trotz aller Eheversprechen liebt Cuchillo seine Dolores um so mehr, je weiter er von ihr entfernt ist... (Anmerkung am Rande: Chelo Alonso und Tomas Milian sind beide kubanischer Herkunft; laut Sollima hat das hervorragend bei der Rollenbesetzung gepasst - stimmt!)
| Splatter:3/10
| Trailer by ItaloWestern
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| OT: Corri Uomo Corri
AT: Run, Man, Run The Big Gundown II
Jahr: I 1968 R: Sergio Sollima B: S.S., Pompeo De Angelis K: Guglielmo Mancori M: Bruno Nicolai, Ennio Morricone D: Tomas Milian, Donal O´Brian, Federico Boido, John Ireland, Linda Veras, Luciano Rossi, Nello Pazzafini, Chelo Alonso, José Torres
Quelle: DVD (Koch Media)
|  | Tomas Milian versteht als geborener Kubaner natürlich was von Zigarren.
|  | In the (Salvation-) Army now. (T.M., Linda Veras)
|  | Begegnungen mit Donal O´Brian verlaufen grundsätzlich tödlich
|  | Nello Pazzafini verträgt nicht nur einen guten Schluck
|  | Marco Guglielmi und Luciano Rossi machen auf einheimisch
|  | Beim Anblick von Tomas Milian klimpern die Glutäuglein von Chelo Alonso
|  | Nächste Abfahrt: Herne Ost.
|  | Fontana di Trevi mal anders: Frederico Boido hat überseh'n, dass kein Wasser drin ist
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