Mein Name ist NobodyThis is a featured page


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Inhalt:

Der Gunslinger Jack Beauregard (Henry Fonda) hat sich über all die Jahre einen legendären Namen geschaffen, der seine Widersacher anlockt wie die Scheißhausfliegen. Nun ist in die Lenze gekommen, des Tötens müde, und will dem Westen den Rücken kehren, um sich in Europa zur Ruhe zu setzen.
Die Fahrt über den großen Teich ist gebucht, der Kutter liegt an der Ostküste schon vor Anker, nun müssen nur noch ein paar geschäftliche Dinge erledigt werden.
Seine alten Geschäftspartner haben sich´s beim Versuch, ein paar Leute mit einer tauben Mine übers Ohr zu hauen, mit der "wilden Horde" verscherzt. Zusammen mit seinem Anteil am großen Nepp hat nun auch Beauregard die Bande am Hacken, was ihn aber weniger stört, da er eh die Biege machen möchte.
Doch seine Pläne werden jäh durch einen herumstreunenden Freak namens "Nobody" (Mario Girotti) durchkreuzt, der immer wieder ungefragt auftaucht und ihm sogar das Leben rettet. Verfluchterweise kommt dabei Beauregards stiller Abgang ins Stocken, zudem weiß der komische Fremde relativ viel vom Vorleben des Revolverschwingers.
Mit der Zeit fuchst das den alten Hasen gewaltig.
Hinzu kommt, dass Nobodys Ziele konträr stehen zu denen Beauregards: Geht's nach ersterem, muss ein Gunslinger nämlich "standesgemäß" in Richtung Boot Hill abdanken, anstatt sich stillschweigend in den Ruhestand zu verpissen. Also muss Beauregard nach Nobodys Plänen zuerst die gesamte "Wilde Horde" plätten, damit nochmal ordentlich Ruhmespunkte einsacken, um danach im spektakulärsten Duell des Westens unter gewaltigem Presserummel gegen seinen "Thronfolger" Nobody die Fuge zu zukneifen...



Die Kritik des Gunslingers:

Diese wohl beste Italo-Komödie aller Zeiten entstand im Jahr 1973. Keine Verarsche, sondern ein gelungener, witziger und fast schon ein bisschen wehmütiger Abgesang auf den Spaghetti-Western mit allem, was dazugehört, also authentischer Atmo, vielen Closeups, Zeitlupe und einem klassischen Soundtrack. Nebenbei gibt's etliche nette Soundspielereien, etwa wenn das Rasieren Jack Beauregards gegengeschnitten wird mit dem absolut identisch klingenden Striegeln eines Pferdes.

Die Kritik des Sargnagels:

Wohl wahr, das es sich um ein Meisterwerk der Italowestern-Komödie handelt. Die "beste aller Zeiten" halte ich zwar für etwas aus dem Fenster gelehnt ("Vier Fäuste..." ist IMO ebenbürtig), aber der Streifen setzt eine der höchsten Messlatten im Genre überhaupt.
Über den Einfluss von Sergio Leone auf den Streifen wird viel gemunkelt; definitiv ist aber nur, dass er die Intro-Szene selbst abkurbelte, und ansonsten Produzent und Ideenlieferant war. Eigentlich wollte Leone nach "Todesmelodie" mit Western nix mehr am Hut haben, aber hier wurde er wohl doch noch mal schwach – von Auftragsarbeit keine Spur.
Dennoch sollte man in diesem
auch Kontext mal den eigentlichen Regisseur Tonino Valerii erwähnen, der in den meisten Kritiken zu "Nobody" im Schatten Leones immer wieder zu kurz kommt. Dass er nicht auf der Wurstpelle dahergeschwommen kommt, hatte er schon bei "Lanky Fellow" und "Der Tod ritt Dienstags" unter Beweis gestellt.
Bei der Figur des Nobody stand ohne Zweifel der Trinità aus den Barboni-Western Pate; Mario Girotti hatte den immer noch gut drauf und bekam auch vom Drehbuch her ordentliche Unterstützung, denn die Figur wurde weiter ausgebaut und bekam göttliche Einstellungen serviert wie z.B. die "Pinkel-Pfeif"-Szene mit dem Zugführer im Bahnhofsklo.
Dass der Streifen kein reines Terence Hill-Vehikel wurde, liegt natürlich an Henry Fonda, der sofort dominiert, wenn er ins Bild spaziert. Hier hat Herr Girotti sich ziemlich anstrengen müssen, nicht gegenüber der Hollywoodlegende abzukacken, packt das aber dann auch hervorragend.
Mit eine seiner besten Performances als Schauspieler.
Der Morricone-Soundtrack ist der Wahn; neben dem sympathischen Nobody-Thema gibt es auch noch das "Wilde Horde"-Thema, bei dem Meister Ennio typische Western-Melodien mit gregorianischen Chorälen und dem Walkürenritt von Wagner kombinierte. Gänsehaut!!!
Fazit: ein in wirklich allen Bereichen nur mit allerfeinsten Zutaten gespickter Streifen. So sieht ´ne unumstößliche 5er-Wertung aus.


Rating: $$$$$- (GS), $$$$$ (SG)


Bodycount:

9 + ca. die Hälfte der "Wilden Horde"


Explizite Brutalitäten:

Nada


Liebe / Splatter:

0/10


Spezialitäten:

Nobody ist von phänomenaler Schnelligkeit: klasse Szene beispielsweise, wie er den glatzköpfigen Revolverheld Buddy im Saloon vermöbelt, ohne mehr zu bewegen als seine Hände.


Trailer:

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OT:
Il mio Nome e Nessuno

AT:
Mon Nom est Personne

Jahr:
I/D/F 1973
R:
Tonino Valerii
B:
Ernesto Gastaldi, Rainer Brandt nach einer Idee von Sergio Leone
K: Amando Nannuzzi
M: Ennio Morricone
D: Mario Girotti ("Terence Hill"), Henry Fonda, Jean Martin, Piero Lulli

Quelle: TV (mdr)


Mein Name ist Nobody - Film Maniax
Fricher Fich frich auf den Tich - frei nach rheinischem Dialekt
(Mario Girotti)


Mein Name ist Nobody - Film Maniax
Im Alter werden die Säckchen kleiner, dafür aber wertvoller ;-)
(Henry Fonda, r.)


Mein Name ist Nobody - Film Maniax
Für Backpfeifengesichter gibts den kahlen Karl


Mein Name ist Nobody - Film Maniax
Im Leben muss man auch mal einen heben


Henry Fonda
Onkel Henry´s Stutzen besorgt's ...


Mein Name ist Nobody - Film Maniax
... der Wilden Horde explosiv



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