Inhalt:Das sorglose Leben des Versicherungsermittlers Leonard Shelby (Guy Pearce) ändert sich innerhalb eines Augenblicks – und das dramatisch. Zwei Einbrecher vergewaltigen und töten seine Frau. Während Shelby noch einen von beiden umpusten kann, verpasst ihm dessen Komplize ein gewaltiges Ding auf die Rübe. Und das hat Folgen: Denn von nun an kann sich Leonard nichts Neues mehr für länger als ein paar Minuten merken. Das ist zumindest die Sachlage, die sich Leonard darstellt. Die Bullen stellen die Ermittlungen rasch ein, da sie aufgrund der Spurenlage nicht an einen zweiten Mann glauben. Doch Leonard will Rache an dem Unbekannten, was ohne Kurzzeitgedächtnis jedoch nicht ganz einfach ist. Besonders zwischenmenschliche Kontakte gestalten sich höchst problematisch, denn Leonard vergisst in Windeseile nicht nur die Personen, sondern auch sein Verhältnis zu ihnen. Daher tätowiert er sich zum Beispiel neue Fakten zum Mord an der Gattin auf seinen Körper, Personen, Orte und kurze Charakterisierungen derselben hält er in seiner wachsenden Polaroidsammlung fest. Doch was wollen etwa der zwielichtige Teddy (Joe Pantoliano), der behauptet, Bulle zu sein, oder Zufallsbekanntschaft Natalie (Carrie-Anne Moss) wirklich von ihm? Und in wieweit manipuliert sich Leonard durch seine Aufzeichnungen selbst? Schon für einen mit klarem Verstand, schwierig zu durchdringen.
| Zitate:Natalie: „Selbst wenn du dich rächst: Du wirst es nach kurzer Zeit nicht mehr wissen. Du hast ja auch vergessen, dass es passiert ist.“
| Die Kritik des Gunslingers:Schon per se ist die Handlung dieses Psychothrillers recht verzwickt. Immer wieder streut der Film Zweifel, ob sich Geschichte und Zusammenhänge wirklich so darstellen, wie sie sich Leonard aus seinen Aufzeichnungen zusammenreimt. Kürzeste Einstellungen erschüttern den Glauben an das bis dahin fest Geglaubte. Das einzige, was hier wirklich gesetzt ist, sind der Überfall und die aus dem Schlag resultierende Hirnerkrankung des Protagonisten. Nicht mal der Mord an der Gattin ist also eine in Stein gemeißelte Tatsache. Dementsprechend knifflig auch die Beziehung zu Teddy: Will ihn der Mann nur für seine *Hust* finanziellen Ziele manipulieren oder sagt er auch die Wahrheit, die sich allerdings nur schwer mit Leonards Erinnerungen in Einklang bringen lässt. Wie verfälschen Verdrängungsmechanismen des Gehirns das Erinnerte? Einen zusätzlichen Brocken gibt uns Regisseur Christopher Nolan durch den Aufbau des Streifens zu schlucken. Der Film erzählt die Ereignisse in zwei miteinander verwobenen Handlungssträngen: Der eine lässt uns am maladen Gedächtniszustand Leonards teilhaben, indem er chronologisch rückwärts läuft, sich an den Tätowierungen und Polaroids entlang hangelt. Der Verlust des Kurzzeitgedächtnisses führt zu putzigen Situationen, wenn etwa das Hotelpersonal Leonard zwei Zimmer gleichzeitig vermietet, oder er bei einer Verfolgungsjagd oder Beschattungsaktion vergisst, wer wen und warum eigentlich verfolgt respektive beschattet. Der zweite Faden, der immer wieder eingeklinkt wird, spult sich in der „richtigen“ Reihenfolge ab. Damit wir nicht komplett ins Schleudern geraten, ist letzterer gnädigerweise in schwarzweiß gehalten. Großartiger Film, der Hirnsausen Vorschub leistet und auch nach mehrmaliger Verköstigung nicht alle seine Geheimnisse preisgibt.
| Rating: $$$$$
| Splatter:2/10
| Trailer:by nicolasraccuia
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| OT: Memento
Jahr: USA 2000 R, B: Christopher Nolan K: Wally Pfister M: David Julyan D: Guy Pearce, Joe Pantoliano, Carrie-Anne Moss, Mark Boone Junior
Quelle: Kinobesuch, TV (BR)
|  | Mark Boone Junior vermietet gerne doppelt
|  | Guy Pearce, Joe Pantoliano: Ich soll das alles bestellt haben, und wer sind Sie überhaupt?
|  | Carrie-Anne Moss kann durchaus ein Wässerchen trüben
|  | Das fehlende Kurzzeitgedächtnis wird ...
|  | .... kurzerhand ausgelagert
|  | | Marianne Muellerleile schreibt ins Poesiealbum | |