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In den Strafraum

Inhalt:

Im Jahr 1991 befindet sich die Kryotechnik kurz vor dem Durchbruch: Einzig der Test an menschlichen Probanden steht noch aus. Dieser soll an zwei Freiwilligen exerziert werden: dem Geologen Albert (Olgierd Lukazsewicz), der sich aus wissenschaftlicher Selbstlosigkeit bereit erklärt hatte, und dem Hallodri Maks (Jerzy Stuhr), den finanzielle Hoffnungen und die Flucht vor der nörgelnden Gattin zur Teilnahme bewegten. Nach dreijährigem Gefrierschlaf will man die Probanden wieder reanimieren.
Doch groß ist das Erstaunen, als die beiden erwachen und als erstes uniformierte, streng aus der Wäsche guckende Damen ausmachen, die ihnen seltsame synthetische Lebensmittel servieren. Ihr neuer Lebensraum entpuppt sich als eine Art Versuchslabor, in der Maks und Alex ständig unter Beobachtung stehen. Nur häppchenweise kommt die Realität ans Licht.
Man befindet sich im Jahr 2044. Nach einem Krieg, der die Männer komplett dahin raffte, ist die Erde anscheinend unbewohnbar. Die überlebenden Frauen haben sich in eine unterirdische Stadt zurückgezogen und leben in einem totalitären, hygienefixierten Überwachungsstaat. Diesen beherrscht „Die Exzellenz“, eher Transe als Frau. Für Nachwuchs sorgt man mit Hilfe der Parthenogenese, also aus unbefruchteten Eizellen.
Alex und Maks nehmen ihre Lage erstmal nicht so ernst, doch so richtig will sich der Spaß auch nicht einstellen, den man sich von „allein unter Weibern“ verspricht. Denn diesen ist dank regelmäßiger Pilleneinnahme jeglicher sexuelle Appetit vergangen. Nach diversen Eskapaden, so fressen die beiden unter anderem unbewusst die heiligen Äpfel des Frauenstaates einfach auf, heißt es für sie nur noch Geschlechtsumwandlung und Eingliederung in die Gesellschaft oder Tod als Körperspender. Doch es tut sich oft eine dritte Möglichkeit auf, und die kommt in Gestalt der Wissenschaftlerin Lamia (Brzena Stryjkówna).


Zitate:

„Mein Körper wird damit fertig: Ich bin Raucher.“ (Maks nach dem eher unangenehmen Aufwachen)

Lamia: „Ich finde immer neue Beweise dafür, dass die Männer das fehlende Evolutionsglied zwischen uns und den Menschenaffen sind, Schwester.“ (Erste Forschungsergebnisse)

„Dürfen wir Ihnen unsere Hilfe anbieten? Als Zuchthengste beispielsweise. Nur im Rahmen unserer Potenz, versteht sich.“ (Maks hat da was noch nicht verstanden)


Die Kritik des Gunslingers:

Wie kann man Kritik an totalitären politischen Systemen und Denkschemata am besten verpacken, zumal wenn der eigene Staat noch nicht allzu weit von ersteren entfernt ist? Man bettet sie in einen fiktionalen Rahmen und verfremdet sie so stark, dass die üblichen lebenden oder toten Personen nicht tangiert sind. Ebenso wenig schaden können ein leichtes Augenzwinkern und etwas Absurdität. Genau das tat Machulski in seiner dritten Regiearbeit, die dazu noch das geschlechtliche Schubladendenken karikiert.
So ist seine „Frauenrepublik“ ein Spiegelbild einschlägiger Diktaturen: von den widerspruchs- und gedankenlos funktionierenden Bürgern über einen fluppenden Bewachungs- und Repressionsapparat bis hin zur verfälschenden Propaganda, die das Volk für dumm verkauft sowie Diktator(inn)en, die in Saus und Braus leben. Die Inszenierung lockert das ernste Thema jedoch immer wieder mit Scherzen und Tricks auf. So fehlt etwa nicht die obligatorische Widerstandsgruppe, die sich in diesem Fall freie, lesbische Liebe und Party all Night long auf die Fahnen geschrieben hat. Dazu wirken die oft halbnackten, knapp uniformierten und schlecht organisierten Scherginnen nicht wirklich bedrohlich. Männerhass (warum eigentlich?) wird dem Volk beispielsweise eingepflanzt, indem alltägliche Haushaltsgegenstände wie Korkenzieher eindrucksvoll als alte, finstere Foltergerätschaften zur Frauenunterdrückung verkauft werden. Auch die Geschichtsklitterung ist vergleichsweise putzig: Da wird Albert zu Alberta Einstein oder Nikolaus zu Nicola Kopernikus; im Alten Testament hat Adam Eva verführt und so weiter.
Die Dekors sind stimmig und inspiriert durch Endzeitszenarien und finstere SF-Filme. Dazu ist der Streifen gut gespielt und wartet mit einer zwar nicht ganz überraschenden, aber passenden Schlusspointe auf. (Ex-)Raucher sind halt auch die „besseren“ Nichtraucher. Nun macht mit dieser Info, was ihr wollt. Ich jedenfalls bin an dieser Stelle raus.


Rating: $$$$

Splatter:

0/10


Trailer:

by oldmovies4you
OT: Seksmisja


Jahr:
PL 1984
R,B:
Juliusz Machulski
B:
Pavel Hajný, Jolanta Hartwig
K:
Jerzy Lukaszewicz
M:
Henryk Kuzniak
D:
Jerzy Stuhr, Olgierd Lukazsewicz, Brzena Stryjkówna, Bogustawa Pawelec

Quelle: DVD (Ostalgica) Danke fürs Rezi-Exemplar!


Sex Mission - Film Maniax
Bei so einem Anblick nach dem Auftauen ...


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... greifen Jerzy Stuhr und Olgierd Lukazsewicz als erstes mal zu den mitgeschmuggelten Kippen


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Voyeuse: Brzena Stryjkówna


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's ist heiß auf der Parthenogenese-Station


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Bogulstawa Pawelec spielt jetzt auch mal mit



Sargnagel
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