Tote schlafen festThis is a featured page


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Inhalt:

Was so ein richtig reicher Sack ist, der zieht rasch Neider und sonstiges Geschmeiß auf sich. Diese Erfahrung macht der alte General Sternwood (Charles Waldron), der sich zum wiederholten Mal einer Erpressung ausgesetzt sieht. Diesmal ist’s ein Buchhändler namens Geiger, der versucht, dem General mittels durch dessen jüngerem und leichtlebigem Töchterchen Carmen (Martha Vickers) gezeichneter Schuldscheine Penunzen aus dem morschen Kreuz zu leiern.
Sternwood engagiert daraufhin Philipp Marlowe (Humphrey Bogart), coolster Schnüffler in Los Angeles, zumindest für 25 Lappen am Tag plus Spesen, um den lästigen Erpresser loszuwerden. Schon bald muss Marlowe, der zuerst an einen simplen Routinejob glaubt, erkennen, dass er in einem ungelehrten Plumps-Klo herumstochert, in das ununterbrochen Scheiße nachläuft.
Zuerst segnet mal Geiger (Theodore v. Eltz) das Zeitliche, der in seiner Butze lukrative Nackedei-Bilder von Mädchen auf Droge angefertigt hat, unter anderem auch von Carmen Sternwood. Ein in der Mordnacht entstandenes Aktbild Carmens taucht bald bei ihrer Schwester Vivian (Lauren Bacall) auf, die Unbekannte nun um fünf Riesen erpressen. Währenddessen erhöht sich der Leichenberg, und Marlowe kriegt alle Hände voll zu tun, um die Familie Sternwood rauszuhalten und zu vermeiden, dass sein eigener Trenchcoat Bleilöcher bekommt. Nicht nur die steigende Anzahl der in den Fall Verwickelten macht dem Schnüffler dabei zu schaffen: Auch Sternwoods ältere Tochter Vivian scheint nicht mit offenen Karten zu spielen.


Zitate:

Carmen: „Ein bisschen klein sind Sie geraten.“ – Marlowe: „Das war keine Absicht.“

General: „Wie trinken Sie Ihren Brandy am liebsten?“ – Marlowe: „Aus einem Glas.“

Mars (John Ridgley): „Ist das Ihre Angelegenheit?“ – Marlowe: „Ich könnte es zu meiner machen.“ – „Und ich die Ihre zu meiner.“ – „Das würde Ihnen nicht gefallen: Die Bezahlung ist zu schlecht.“


Die Kritik des Gunslingers:

Mit der Verfilmung von Chandlers Roman hatte sich Howard Hawks eine nicht einfache Aufgabe ans Bein gebunden. Chandlers Debut strotzt nur so von Charakteren und Handlungssträngen, so dass nicht nur der Leser Probleme mit den labyrinthischen Konstruktionen hatte, sondern der Autor selbst, wie er später zugab, beim Schreiben den Überblick verlor. Gleiches widerfuhr Hawks, der immerhin so erfahrene Schreiber wie William Faulkner für das Skript gewinnen konnte. Doch mal unbesehen vom komplizierten „Wer killte denn nun wen und warum“ gelang die tolle Verfilmung einer heute zum Klassiker gewordenen, schwierigen Vorlage.
Als Hawks seinen Streifen 1946 vorlegte, war im Film noir die Zeit des romantischen, integren Privatdetektivs als Protagonisten eigentlich schon abgelaufen. Doch auch dank Humphrey Bogarts Darstellung gelang es, diesen Schnüfflerfilm nicht nur zum Erfolg zu führen, sondern mit ihm verspätet auch einen Genremeilenstein einzurammen. Der Streifen beinhaltet alles, was einen Film noir ausmacht, vor allem die düstere Atmosphäre der vorwiegend nachts oder bei Regen spielenden, eher verwirrenden als komplizierten Geschichte. Die handelnden Personen sind moralisch mindestens zweifelhaft, und zu trauen ist niemandem. Wer sich diesen Regeln nicht anpasst, kommt unter die Räder: So legt der wirklich üble Scherge (Bob Steele) von Marlowes oberflächlich geradezu bürgerlichem Hauptantagonisten (John Ridgley) den einzigen Menschen, der ehrlich ist, auf derbe Weise um. Als letzterer bietet Elisha Cook in einer kurzen Nebenrolle eine starke Leistung.
Neben Bogey warten auch dessen Gattin Lauren Bacall, John Ridgley als gar nicht mal unsympathischer, aber verkommener Gangster Eddie Mars sowie Sonia Darrin, deren abgebrühte Agnes mit allen Mitteln ein größeres Stück vom Kuchen abhaben will, mit überzeugenden Vorstellungen auf. Humphrey Bogart kultiviert dabei einen ganzen Sack voll netter Manierismen wie das Zupfen am Ohrläppchen oder das Hochziehen der Oberlippe und verleiht Marlowe damit Charakter.
Toller Orchesterscore, starke Kamera, Höchstnote.



Rating: $$$$$


Splatter:

1/10


Trailer:

by reyndani
OT:
The big Sleep

Jahr:
USA 1946
R:
Howard Hawks
B:
William Faulkner, Leigh Brackett, Jules Furthman
K:
Sid Hickox
M:
Max Steiner
D:
Humphrey Bogart, Lauren Bacall, John Ridgley, Martha Vickers

Quelle: TV (arte)


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Humphrey Bogart testet die Karre auf Herz und Nieren, ...


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... derweil sich Lauren Bacall mit Büromobiliar ...


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... und Matha Vickers mit den eigenen Fingernägeln amüsieren


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John Ridgley staunt über Bogarts dicke Hose


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Bob Steele ist böööööööööse



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Bogey war in den 40ern schwarz ohne Ende. Der Gutste ist für mich DAS Aushängeschild der amerikanischen schwarzen Serie. Und "The Big Sleep" gilt bei mir als DAS Machwerk. 120 min Dialog, fast ohne Pause. Grandios. Grade da muss man auch mal die deutsche Sync loben, die ist spitze.
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