Inhalt:Eigentlich ist William Walker (Ed Harris) ja ein friedliebender Mensch, aber wenn irgendwo demokratische, sprich amerikanische Grundwerte mit Füßen getreten werden, hält halt auch der Friedlichste seine Füße nicht still. So fällt Walker 1853 an der Spitze eines Freikorps in Neu Mexiko ein, um hier den Mexikanern kräftig eins auf den Sombrero zu geben. Das Unternehmen scheitert zwar blutig, doch „Colonel“ Walker ist schlagartig bekannt. So kommt kurz darauf der pennunzensatte Cornelius Vanderbilt (Peter Boyle) auf ihn zu: Um seine Interessen im bürgerkriegsgeschüttelten Nicaragua zu wahren, soll Walker dort mit stählerner Faust für stabile Verhältnisse sorgen. Nach einigem Zögern schifft sich der „Colonel“ mit seiner kleinen Lumpenarmee doch ein und landet in Mittelamerika. Dort lässt sich die Sache zwar eher *hust * schleppend an, doch mit Glück, ein paar preußischen Veteranen und der Hilfe durch Vanderbilt, der stets Dólares, Waffen und Männer liefert, bringt es Walker schnell zum Präsidenten Nicaraguas. Doch genauso schnell verliert er die Bodenhaftung, und als er auch noch glaubt, es mit dem guten alten Cornelius aufnehmen zu können, ist die Sache eh gelaufen.
| Zitate:„Ich komme nicht umhin festzustellen, dass Sie in der Zeit, die ich mit Ihnen verbracht habe, jedes Prinzip, das Sie jemals hatten, und alle Männer, die auf Ihrer Seite standen, verraten haben. Darf ich fragen, Sir, warum?“ – Walker: „Nein, das dürfen Sie nicht.“
Walker: „Der Zweck heiligt die Mittel.“ – „Welcher Zweck?“ – „Daran erinnere ich mich auch nicht mehr.“
| Die Kritik des Gunslingers:Inspiriert durch die Mittelamerika-Politik der USA, die unter Ronald Reagan einige weitere traurige Höhepunkte zu verzeichnen hatte, drehte Alex Cox seine schrille Polit-Groteske entlang der wahren Geschichte William Walkers. Dabei nutzte er die schillernde Vita des akademisch gebildeten Söldners, um das in erster Linie ökonomisch inspirierte US-amerikanische Engagement in Staaten der „Dritten Welt“ kräftig zu geißeln. Der Streifen beginnt vergleichsweise ernsthaft und beschreibt nüchtern das Auftauchen Walkers auf der politischen Bildfläche. Doch spätestens, als sich der ursprünglich durchaus idealistische Kriegsmann mit dem schwergewichtigen Vanderbilt verpaart, steigert Cox schrittweise den Schrägheitsfaktor. Das geht los beispielsweise mit der wiederholt eingesetzten Ton-Bildschere, wenn etwa die Kamera menschenleere Straßen abschwenkt, während der Off-Kommentar in bester Propaganda-Diktion von jubelnden Menschenmengen schwadroniert. Später, als auch Walker zunehmend (größen)wahnsinnsumflort ist, darf man sich nicht wundern, wenn plötzlich ein dicker Benz einen klapprigen Bauernwagen überholt, das zerlumpte Wachpersonal Cola säuft und Marlboro raucht oder ein Time-Magazine durchs Bild geschwenkt wird, mit Walkers Birne als Titelbild. Einen grotesken Höhepunkt erreicht der Film, als ein Hubschrauber nebst Marines in der brennenden Hauptstadt landet, um US-Bürger auszufliegen, alles unter Augen von TV-Reportern, versteht sich. Fast überflüssig zu erwähnen, dass der Streifen in den Staaten seinerzeit seeeehr ungnädig aufgenommen wurde.
| Rating: $$$$ | Splatter:4/10
| Trailer:by MrClassicAds
Ein besonderes Schmankerl: Alex Cox äußerte sich 2008 zu den Filmkritikern von 1987 ;-): by alexcoxfilms
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| OT: Walker
Jahr: USA/MEX/SP 1987 R: Alex Cox B: Rudy Wurlitzer K: David Bridges M: Joe Strummer D: Ed Harris, Sy Richardson, René Auberjonais, Karl “Charley” Braun
Quelle: DVD (Universal)
|  | Sy Richardson ist bald zu alt für diesen Scheiß
|  | Peter Boyle hat einen Job zu vergeben
|  | Lumpenproletariat unter Waffen
|  | Schön, dass die Preußen da sind
|  | Ein wenig Zucht und Züchtigung müssen schon mal sein
|  | Beba Coca-Cola, Amigos ... und dazu 'n echter American Blend
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